25. 11. 1989 Abschaffung der Armee (Samstag)

25 November 2009 von Johann-Georg Jaeger Kommentieren »

Auszug aus dem Tagebuch vom 25. 11. 1989 (Johann-Georg Jaeger):
“Ab 10 Uhr war ich bei der Bezirkssprecherversammlung. Von uns waren nur Christoph, Dietlind und Romy da. Meine Befürchtungen wegen des Aufrufs zur Abschaffung der Armee waren leider richtig. Viele fanden ihn naiv und regten sich darüber auf, daß das NF Rostock darüber stand. Mit den Leuten aus Grevesmühlen fuhr ich mit und trank bei einem Kaffee, der mich dann mitsamt  seiner Familie nach Lübeck fuhr. Über einen Pfarrer bekam ich dann die Adresse von Reetzens. Mit Malte aß ich Abendbrot und fuhr durch die Stadt.  Nun ist es 2:28 Uhr und ich sitze als Letzter vor dem Fernseher. Malte hat heute Geburtstag.”

Ende des Tagebuchauszugs

Erklärung:
Axel Peters und Rainer Ohff hatten die Initiative zur Abschaffung der Armee losgetreten. Wenige Jahre zuvor (1986?) war eine Volksabstimmung in der Schweiz gelaufen, die auch dieses Ziel für die Schweiz verfolgt hatte und dort gescheitert war.
Meinen Besuch in Lübeck und den Geburtstag von Malte (einem Verwandten von mir) habe ich zitiert, weil ich mich sehr gut an die Zusammensetzung seiner Geburtstagsgäste erinnern kann. Dass für mich damals absolut Erstaunliche:  zukünftige Zivildienstleistende und zukünftige längerdienende Bundeswehrsoldaten feierten gemeinsam. Im Osten sortierten sich an dieser Frage  die Freundekreise: Wehrdiensverweigerer, Bausoldaten und Grundwehrdienstleistende konnten noch miteinander gut umgehen. Aber 3 Jahre als Unteroffizier zur NVA zu gehen oder als Offisziersanwärter auf Zeit (4 Jahre)  bedeuteten in der Regel den Bruch der Freundschaft.

Leserbrief von Dr. Rainer Ohff und Axel Peters in der NNN vom 2./3. 12.1989

Leserbrief "Zunkunft ohne Militär?"

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